PU-Dicht- und Klebstoffe spielen bei Bau- und Renovierungsarbeiten eine große Rolle. Ob zum Füllen von Fugen, zum Verkleben verschiedener Materialien oder zum Abdichten von Spalten – diese Produkte sind der Schlüssel zu dauerhaften Ergebnissen. Sie eignen sich für viele Oberflächen wie Beton, Holz, Aluminium und Glas. Ihre Leistung hängt jedoch nicht nur von ihrem Material ab. Auch die äußeren Bedingungen bei Lagerung und Anwendung, insbesondere die Temperatur, spielen eine Rolle.
Bei Temperaturschwankungen ändert sich auch das Verhalten von PU-Dichtstoffen und -Klebstoffen. Wenn Sie wissen, wie sich Hitze und Kälte auf sie auswirken, können Sie Probleme wie Verklebungsfehler, schlechte Aushärtung oder Produktverlust vermeiden. Wer im Baugewerbe arbeitet, weiß, wie unvorhersehbar die Temperaturen auf verschiedenen Baustellen sein können. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, was Sie erwartet und wie Sie mit diesen Produkten arbeiten, wenn das Wetter ungünstig ist.
Auswirkungen hoher Temperaturen
In warmen Jahreszeiten beschleunigt sich der Aushärtungsprozess von PU-Dichtstoffen und -Klebstoffen. Das klingt zwar nach einem Vorteil, aber wenn alles zu schnell geht, bleibt weniger Zeit für das richtige Formen, Verteilen oder Reinigen. Bei großen Flächen oder detaillierten Fugen kann eine schnellere Aushärtung das gleichmäßige Auftragen des Produkts erschweren. Außerdem kann sich zu früh eine Haut bilden, die Luftblasen einschließt oder die ordnungsgemäße Haftung des Dichtstoffs darunter verhindert.
Auch die Konsistenz und Lebensdauer von PU-Dicht- und Klebstoffen kann durch hohe Lagertemperaturen beeinträchtigt werden. Manche Produkte können sich zersetzen oder so stark eindicken, dass sie nicht mehr verwendet werden können. Sobald sich das Material in der Verpackung verändert, ist es nahezu unmöglich, die ursprüngliche Qualität wiederherzustellen.
Hier sind einige Möglichkeiten, mit hohen Temperaturen vor Ort oder im Lager umzugehen:
1. Bewahren Sie PU-Dichtstoffe und Klebstoffe in schattigen, gut belüfteten Bereichen auf, fern von direkter Sonneneinstrahlung oder Wärmequellen
2. Vermeiden Sie das Auftragen von Dichtmitteln während der heißesten Tageszeit, insbesondere bei der Arbeit mit dunklen Materialien, die mehr Wärme absorbieren
3. Verwenden Sie kleinere Chargen oder Kartuschen, um Abfall zu reduzieren, wenn die Aushärtezeiten sehr kurz sind
4. Stellen Sie sicher, dass die Oberfläche, auf die Sie das Produkt auftragen, nicht zu heiß ist, indem Sie sie mit der Hand prüfen. Wenn sie zu heiß ist, um sie bequem zu berühren, ist sie wahrscheinlich auch zu heiß, um das Produkt aufzutragen.
Ein Beispiel hierfür ist das Auftragen von PU-Klebstoff auf ein Metalldach während der Hochsommerzeit. Das Metall kann so heiß werden, dass der Klebstoff bei Kontakt fast sofort aushärtet. Diese schnelle Reaktion führt zu einer schlechten Oberflächenhaftung und macht Anpassungen nahezu unmöglich. Warten Sie, bis die Oberfläche am späten Nachmittag abkühlt, kann dies einen großen Unterschied machen.
Einfluss niedriger Temperaturen
Bei Kälte verhält es sich anders. Sie verlangsamt die Aushärtung, manchmal sogar so weit, dass das Produkt Stunden oder Tage länger als üblich zum Aushärten braucht. Dies kann Projektlaufzeiten verzögern, insbesondere wenn Folgearbeiten vom ausgehärteten Klebstoff abhängen. Bei extremer Kälte können Dichtstoffe während der Aushärtung schrumpfen oder steif werden und sich nur noch schwer aus der Verpackung drücken lassen.
Auch kaltes Wetter birgt Haftungsrisiken, da sich auf Oberflächen Kondenswasser oder Frost ansammeln kann. Bildet sich zwischen Klebstoff und Arbeitsfläche eine feuchte Schicht, ist ein langfristiges Versagen nahezu garantiert. Schon geringe Feuchtigkeit kann die Haftung des Dichtmittels auf Materialien beeinträchtigen, insbesondere auf porösen Materialien wie Stein oder unbehandeltem Holz.
Um PU-Dichtstoffe und -Klebstoffe bei kälterem Wetter zu handhaben, versuchen Sie diese Tipps:
1. Lagern Sie Materialien nicht auf dem Boden, sondern in einem trockenen, isolierten Bereich und bringen Sie sie vor der Verwendung auf Zimmertemperatur.
2. Erwärmen Sie die Patronen vor Gebrauch mit einer kontrollierten Wärmequelle oder indem Sie sie mindestens 12 Stunden vor Gebrauch in einen beheizten Raum bringen.
3. Wählen Sie Oberflächen, die sauber, trocken und über der vom Hersteller angegebenen Mindestanwendungstemperatur des Produkts liegen
4. Lassen Sie dem Produkt ausreichend Zeit, um vollständig auszuhärten, bevor Sie die Fuge überstreichen oder belasten.
Ein gutes Beispiel ist die Arbeit im Winter im Freien und der Versuch, einen Fensterrahmen abzudichten. Wenn die PU-Dichtmasse über Nacht in einem kalten Lieferwagen stand und der Rahmen mit Frost bedeckt ist, hält die Dichtung absolut nicht. Lassen Sie das Produkt im Haus stehen, bis es weich wird, und prüfen Sie die Oberfläche auf Trockenheit. So können Sie sich eine Wiederholung der Arbeit ersparen.
Temperaturstabilität und Lagerung
Bei der Lagerung von PU-Dichtstoffen und -Klebstoffen wird oft der Lagerraum übersehen. Temperaturschwankungen während der Lagerung können das Produkt jedoch unbemerkt beschädigen, bevor es überhaupt geöffnet wird. Materialien, die eisigen Nächten und schwülen Tagen ausgesetzt sind, insbesondere auf nicht isolierten Baustellen, in Lieferwagen oder Lagerhallen, können ihre ursprüngliche Konsistenz verlieren. Dies kann zu einer nachlassenden Leistung, einer Entmischung des Inhalts oder einer schwierigeren Handhabung führen, wenn Sie sie verwenden möchten.
Eine stabile Temperatur hilft, diese Probleme zu vermeiden. Vermeiden Sie daher Lagerplätze, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, unbeheizte Schuppen im Winter oder Transporter mit geschlossenen Fenstern. Nutzen Sie stattdessen geschützte Orte, an denen eine möglichst gleichmäßige Temperatur herrscht.
Hier ist eine einfache Liste, um die richtigen Lagerbedingungen einzuhalten:
1. Produkte möglichst zwischen 5°C und 25°C lagern
2. Bewahren Sie sie bis kurz vor Gebrauch in der Originalverpackung auf
3. Vermeiden Sie es, Materialien zu nahe an wärmeerzeugenden Geräten oder kalten Böden zu stapeln
4. Lagerbestand rotieren, sodass ältere Artikel vor neuen verwendet werden
5. Überprüfen Sie regelmäßig die Verfallsdaten und prüfen Sie die Patronen vor der Anwendung
Wenn Waren an verschiedenen Standorten gelagert werden, empfiehlt es sich, regelmäßig Kontrollen durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass sich die Bedingungen nicht unerwartet ändern. Schon kleine Maßnahmen wie das Abdichten einer zugigen Tür oder das Entfernen von Waren von Außenwänden können Verderb im Laufe der Zeit verhindern.
Anwendungstipps für die Praxis
Auf Baustellen oder bei Renovierungsprojekten ist das perfekte Timing oder das perfekte Wetter selten. Sie müssen die Handhabung und Anwendung von PU-Dichtstoffen und -Klebstoffen an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Ob Hitzewelle, anhaltender Frost oder sogar ein typischer belgischer Regenschauer – ein paar clevere Änderungen in Ihrer Vorgehensweise können die Qualität und den Zeitplan eines Projekts retten.
Widerstehen Sie vor allem dem Drang, Produkte direkt aus dem kalten Lieferwagen oder dem heißen Regal zu verwenden. PU-basierte Produkte brauchen Zeit, um sich zu setzen. Wenn Sie den Kartuschen oder Folienpackungen genügend Zeit geben, um ihre Temperatur auszugleichen, vorzugsweise bei Raumtemperatur, können Sie Verklumpen, Spalten oder zu schnelles Aushärten vermeiden.
Hier sind einige praktische Gewohnheiten, die bei wechselnden Bedingungen hilfreich sind:
1. Verwenden Sie Isoliertaschen oder Kühlboxen, wenn Sie Dichtmittel zu heißen oder kalten Baustellen transportieren
2. Lassen Sie die Tuben oder Kartuschen vor der Anwendung in einem temperaturgeregelten Raum ruhen
3. Testen Sie zuerst an Abfallmaterial, wenn die Oberflächentemperatur zu extrem erscheint
4. Reinigen Sie alle Fugen und Oberflächen gründlich, um Frost, Kondenswasser oder Staub zu entfernen
5. Versiegelung kurz nach dem Auftragen glattstreichen, bevor sich eine Haut bildet
6. Halten Sie Ersatzprodukte bereit, die bereits die richtige Temperatur haben, falls Sie sie erneut auftragen müssen.
7. Lagern Sie nicht verwendetes Produkt vor der Sonne und kalten Betonböden geschützt.
Bei einem Renovierungsprojekt im Spätfrühling brachte ein Team, das Fugen zwischen Fenstern und Betonverkleidung abdichtete, beheizte Werkzeugkästen mit, um das PU-Produkt vor dem Auftragen leicht anzuwärmen. Dieser kleine Schritt verhinderte ein Verstopfen und gab ihnen genügend Zeit, alles sauber und ohne Eile zu glätten.
Konstante Leistung über die gesamte Saison hinweg
PU-Dicht- und Klebstoffe sehen zwar aus wie einfache Kartuschen im Regal, doch was in ihnen vorgeht, ist weitaus reaktiver als es scheint. Wenn Hitze oder Kälte sie an ihre Grenzen bringen, verändert sich nicht nur die Art und Weise, wie sie aus der Tube kommen. Es kann auch das Ergebnis der gesamten Arbeit beeinträchtigen. Deshalb lohnt es sich, die Lagerung und Verarbeitung an veränderte Bedingungen anzupassen.
Mit wenigen Änderungen, wie z. B. dem Abkühlen der Materialien auf die richtige Temperatur, dem Überprüfen der Oberflächen auf Feuchtigkeit oder Hitze und dem Auftragen zur richtigen Tageszeit, vermeiden Sie die typischen Probleme, mit denen viele Profis konfrontiert sind. So vermeiden Sie Produktverschwendung, lückenhafte Aushärtungen oder spätere Rückrufe.
Profis wissen, dass nicht nur die Materialien entscheidend für den Erfolg einer Arbeit sind, sondern auch der Umgang mit ihnen. Wer lernt, bei Temperaturschwankungen geschickter mit PU-Dichtstoffen und -Klebstoffen zu arbeiten, erlebt auf der Baustelle weniger Überraschungen und erzielt dauerhaft bessere Ergebnisse.
Indem Sie diese Methoden im Hinterkopf behalten, stellen Sie sicher, dass Ihre PU-Dicht- und Klebstoff bringt bei jedem Wetter optimale Leistung. Weitere Lösungen für hochwertige Arbeit zu jeder Jahreszeit finden Sie bei VDB Adhesives.


